Fremdenfeindlichkeit

(11.Mai2022) Alle Jahre wieder läuft völlig unbehelligt die Kampagne zur Ausrottung gebietsfremder Lebewesen. Es werden freiwillige Helfer gesucht, um das Übel buchstäblich bei der Wurzel zu packen und, wenn möglich, am liebsten auszurotten. Nun ist es aber so, daß das böse orientalische Zackenschötchen wohl kaum zu vertreiben ist. Es ist nämlich schon fast überall in Deutschland zuhause. Wer den dazu verfügbaren Karten im Internet nicht traut, sollte sich im Frühjahr offenen Auges durchs Land bewegen, um es zu erkennen. Wie man ernsthaft daran glauben kann, das wieder rückgängig machen zu können, ist mir völlig schleierhaft. Da kann man genauso gut versuchen die Zeit zurückzudrehen. Diese invasive Neupflanze ist böse, weil sie Bestehendes gefährdet und, wenn man den Bekämpfern glaubt, alle anderen guten Pflanzen verdrängt. Da wo das Zackenschötchen herkommt, scheint es aber trotzdem nicht die einzige Pflanze zu sein. Komisch.

Vor etwa 30 Jahren gab es schon einmal so ein Theater um das Springkraut, welches sich damals rasant entlang der Wasserläufe ausbreitete und ebenfalls drohte alle anderen Pflanzen zu verdrängen. Das reißt seltsamerweise niemand mehr aus und als Spätblüher ist es sogar den geschundenen Honigbienen eine große Hilfe. Es hat eben doch alles seine zwei Seiten und wer weiß, vielleicht erweist sich eines Tages das Zackenschötchen im Verlaufe des Klimawandels, oder auch einfach so, als nützlich.

Leben ist Veränderung und die Evolution hält nix auf, solange Leben möglich ist.

PS: Hat schon mal jemand untersucht, ob unter den Zackenschötchenausreißern eventuell besonders viele AFD-Wähler sind?

Angst?

(9.Mai2022) Nanu? Was soll das den gewesen sein? Eine Militärparade ohne Triebwerksdonner? Da ja kaum anzunehmen ist, daß schon alles flugfähige Kriegsgerät beim Überfall auf die Ukraine aufgebraucht wurde, muss es eine andere Erklärung geben. Hat da in Moskau vielleicht jemand Angst vor der eigenen Armee bzw. davor, daß einer aus dieser Armee mit der Kriegstechnik versucht Frieden zu schaffen?

Fortsetzung

(5.Mai2022) „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln“, sagte Clausewitz einmal. Joa, sieht so aus. Wie haben die Amis es nur geschafft, Putin genau dahin zu bekommen? Und warum hat der Depp nicht gemerkt, daß er in die Falle tappt? Nun sind wieder die Amis die Guten obwohl Putin nix anderes macht als das, was die USA schon immer tun. …und die Chinesen reiben sich die Hände. Schade.

Von Zeit zu Zeit waren ja auch die Russen die Guten – ok nicht für alle, aber egal. Selbst das Plündern und Vergewaltigen in den befreiten Gebieten durch die rote Armee am Ende des zweiten Weltkrieges wurde all die Jahre von den Besiegten damit gerechtfertigt oder wenigstens relativiert, daß die Deutschen in Russland so schrecklich gewütet hatten. Nun aber die Fortsetzung: Die Russen machen offenbar da weiter, wo sie ’45 aufgehört haben – nur eben jetzt in der Ukraine. Eine Rechtfertigung oder Relativierung wird diesmal aber schwierig.

Ob Konzentrationslager, Gulag, Feuerstürme in Innenstädten, Atombomben auf Städte, Agent Orange, Napalm, Streubomben, Plünderungen, Vergewaltigungen oder ganz „normales“ Artilleriefeuer auf Wohnhäuser und Kliniken – Krieg ist Verbrechen und die Geschichte schreibt der Sieger.

Zeit für dumme Fragen…

(3.Mai2022) Die Zahlen der Geimpften stagnieren seit etlichen Monaten. Die Omikronwelle ist trotzdem und trotz der Lockerungen bzw. Aufhebung der Coronamaßnahmen recht unspektakulär vorüber gegangen. Ich habe, weil ich ja geboostert bin, immernoch kein Corona gehabt – oder es nicht gemerkt und das obwohl ich es mit der Maske und den restlichen „Maßnahmen“ nie ganz so genau nahm während der letzten zwei Jahre und im Urlaub und in den letzten Wochen auch keine Menschenansammlung ausließ.

Darum jetzt mal ganz dumm gefragt: War das wirklich nötig? Oder anders: Was von all dem was uns da aufgeschwatzt und aufgezwungen wurde, war wirklich sinnvoll / nützlich?

Verkehr(t)

(29.April2022) Irgendwas läuft in der Welt- und Lichtstadt verkehrt. Also genau genommen einiges, wie z.B. die Priorisierung bei Geldverschwendung (Stichwort Stadionneubau), Baum- und Grünpflege (ja ok, Pflege klingt für das was in Jena gemacht wird etwas euphemistisch) und vor allem Baustellen- und Verkehrsplanung. Was die Stadt da zur Zeit wieder vollbringt, lässt einen vermuten, daß der Verkehrsinfarkt vorsätzlich provoziert wird, denn mit Unfähigkeit ist das einfach nicht bzw. nicht einfach zu erklären. Selbst wenn man die Augen fest zukniffe und mit Dartpfeilen aus 20m auf den Stadtplan würfe, um die Positionen neuer – und natürlich unangekündigter – Baustellen festzulegen, würde man es kaum schaffen eine derartige Blockade zu erzeugen. Offensichtlich reichen die Möglichkeiten neuer Ampeln und deren Schaltung den Stauplanern der Stadt nicht, um Chaos zu stiften. Nein, es muss auch immer das Potential von Baustellen genutzt werden – vorzugsweise so, daß die empfohlene weiträumige Umfahrung schon bekannter Baustellen sabotiert wird. Dann können sich auch alle schön über die vielen Autos aufregen und einmal mehr fordern, man solle doch die hervorragenden öffentlichen Verkehrsmittel oder das supertolle Radwegenetz nutzen, um in und durch die Stadt zu kommen. Hahaha…

PS: Der prominent platzierte Link zur Baustellenübersicht auf der Homepage der Stadt Jena führt zwar zu so etwas wie einer Baustellenübersicht, aber wer sich diese täglich ansieht und dann mit der Realität vergleicht, wird nicht umhin kommen sich verarscht zu fühlen.

Erziehungsfragen

(26.April2022) Als ich gestern einem menschlich sehr, aber politisch gar nicht geschätzten Kollegen erzählte, daß einer meiner Söhne am Wochenende seinen ersten Auftritt als Punkgitarrist hatte, wurde ich aufgefordert doch nochmal erzieherisch einzuwirken um ihn auf den rechten Weg zu bringen. Als ob man Intelligenz, Menschlichkeit und Bildung durch Erziehung kaputt machen könnte oder sollte. Tsss… Nur weil meine Söhne vom Dorf sind müssen sie ja nicht dumm sein.

Spieglein, Spieglein an der Wand… mit dem Rücken

(11.April2022) Wie schon gesagt, Lügenmärchen wollen gut durchdacht sein. Erst zu behaupten, man hätte digital an allen Sitzungen teilgenommen, um sich dann später vermittels der Sitzungsproltokolle selbst ein Bild über die tatsächlich nicht stattgefundene Teilnahme machen zu müssen, ist schon sehr schräg. Das ganze dann mit ernsthaften persönlichen Problemen zu begründen, ist in dem Berufsfeld auch nicht so richtig geschickt. Daß das auch anders geht haben schon verschiedene Politikerkollegen erfolgreich vorgeführt.

Freitage für Zukunft

(28.März2022) Die Freunde des freitäglichen Schulschwänzens wachsen mir immer mehr ans Herz. Zum Beispiel mit einer der politisch korrektalsten Entscheidungen, die mich seit längerem zum Kopfschütteln gebracht hat. Eine Künstlerin vom Schulschwänzen auszuschließen, weil sie Dreadlocks trägt aber keine Negerin ist… tja. Naja.

Und dann diese Fahrraddemo auf der Schnellstraße zum Feierabend am Freitag – was glauben die Fahrradnazis eigentlich, wieviele der Pendler täglich mit dem Auto fahren, weil das so schön ist? Schon mal versucht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von außerhalb in die Welt- und Lichtstadt zu kommen und vor allem auch wieder zurück? Noch so ein Feierabendterror bei Sonnenschein am Freitag und ich halte beim Autohändler am Ende der Schnellstraße an und kaufe mir einen Mustang GT für den täglichen Arbeitsweg!

Ach ja: „Burn Cars – not Gas!“ wie auf einem Transparent zu lesen war, ist nicht nur orthographisch fragwürdig, sondern es reimt sich auch weder im Deutschen noch im Englischen. Vielleicht ist Schule ja doch besser für die Zukunft als man es als Schüler wahrhaben möchte.